Wissenschaftler für die Vjosa - Videos

Internationale und albanische Wissenschaftler erheben ihre Stimme gegen die geplanten Wasserkraftwerke an der Vjosa und ihren Zuflüssen. In diesen Videobotschaften warnen sie vor den schwerwiegenden Konsequenzen wie zum Beispiel massive Küstenerosion, Verlust von Biodiversität, Gefahr von Dammbruch aufgrund des stark erdbebengefährden Gebietes, Verlust von Einkommensquellen sowie viele weitere negative Aspekte. Wird die albanische Regierung auf die Wissenschaft zuhören?

„Die Vjosa ist so einzigartig, weil sie von einem Ende zum anderen ungehindert fließt.“ Prof. Aleko Miho von der Universität Tirana erklärt warum die Vjosa auf europäischer Ebene so besonders ist: als einer der allerletzten Flüsse fließt sie ohne jegliche Verbauungen und ist damit von internationaler Bedeutung.

„Wenn sie den Staudamm bauen, verlieren sie die Küste.“ Der Süßwasserökologe Prof. Gilles Pinay vom National Research Institute IRSTEA in Frankreich erörtert eines der wichtigsten Dinge, die verloren gehen würden, wenn Albaniens Vjosa gestaut wird: Sediment – und in Folge die Küste.

„Die geplanten Staudämme wären stark von der Erdbebenaktivität betroffen“ warnt Dr. Klodian Skrame von der Polytechnischen Universität Tirana. Der Bau von Staudämmen im Vjosa-Becken - einem der erdbebengefährdetsten Gebiete Albaniens – würde eine große Bedrohung darstellt. Diese geologischen Aspekte müssen unbedingt ernst genommen werden.

„Wird ein Staudamm gebaut, geht der Aal in der Vjosa völlig verloren.“ Dr. Paul Meulenbroek von der BOKU-Universität in Wien / Österreich spricht über den Europäischen Aal, eine vom Aussterben bedrohte und geschützte Art, die einen Teil ihres Lebenszyklus in der Vjosa verbringt. Der Aal kann in gestauten Flüssen nicht überleben.

"Ich bin so besorgt, weil wir kurz davorstehen, den letzten wilden Fluss in Albanien zu verlieren." Prof. Ferdinand Bego von der Universität Tirana erklärt, warum ein Staudamm an der Vjosa für die Zukunft von Flussökosystemen so katastrophal wäre. Wie kann man einen kaputten Fluss reparieren, wenn es kein intaktes Flusssystem mehr als Referenz zu untersuchen gibt.

„Zu dem Zeitpunkt, wenn das Unternehmen die Rechte zum Verkauf des Stroms übergibt, wird das Kraftwerk keinen Strom mehr produzieren und alles was die Regierung davon hat ist eine Umweltkatastrophe, die sie aufräumen muss.“ Dr. Steven Weiss von der Universität Graz, Österreich weist auf die Ironie hin, dass das Projekt für Albaner überhaupt keinen Nutzen hat.

„Benthische Wirbellose sind eine der wichtigsten Gruppen, die durch die Stauung der Vjosa stark beeinträchtigt würden.“ Prof. Sajmir Beqiraj von der Universität Tirana erklärt, warum diese Gruppe für das Funktionieren des aquatischen Ökosystems und seine biologische Vielfalt besonders wichtig ist.

„Die wilden Flüsse der Welt sind am Verschwinden." Prof. Futoshi Nakamura von der Hokkaido-Universität in Japan erläutert, warum die Zukunft der Lebensadern unseres Planeten davon abhängt, die letzten intakten Flüsse wie die Vjosa zu erhalten.

„Die EU hat uns aufgefordert, die Vjosa zu schützen. Diese Aufforderung sollte für albanische Entscheidungsträger wichtig sein.“ Im Mai wird die EU erneut darüber diskutieren, ob Beitrittsgespräche mit Albanien aufgenommen werden sollen. Prof. Aleko Miho von der Universität Tirana erklärt, warum der Schutz der Vjosa eine positive Botschaft an die EU senden würde.

„Überall auf dem Balkan sind ikonische Flüsse wie der Vjosa nicht nur Symbole des Nationalstolzes, sondern auch sehr, sehr wichtige Wirtschaftsmotoren für die lokale Bevölkerung“, Dr. Steven Weiss von der Karl-Franzens-Universität Graz, Österreich, spricht über den Vorteil von Ökotourismus. Ein Staudamm würde all dieses Entwicklungspotential zerstören.

„Mit einem einzigen Staudamm unterbrechen wir den Evolutionsprozess wandernder Arten auf eine Weise, dass sie ihren Lebenszyklus nicht mehr vollziehen können und im Laufe der Zeit sterben werden.“ Prof. Ferdinand Bego von der Universität Tirana ist besorgt über die geplanten Vjosa Staudämme und erklärt, was verloren geht, wenn sie tatsächlich gebaut werden.