Kampagne: Belo Monte

Avatar in Amazonien

Avatar ist nicht auf dem Planeten “Pandorra”, sondern in Amazonien. Verblüffend Ähnliches wie die story von Filmemacher James Cameron spielt sich zurzeit am Xingufluss in Brasilien ab.

Indianerprotest gegen Andritz. Photo von Renata Pinheiro

Der Xingu ist ein großer Zufluss zum Amazonas. Im Frühjahr schwillt er an und führt dann mehr Wasser, als Rhein und Mississippi zusammen. Wälder mit Urwaldriesen säumen seinen Lauf. Eine Welt aus Wasser, Felsen und Wald.
Eine Besonderheit ist die etwa 100 Kilometer lange Volta Grande – die große Flussschlinge. Über hunderte, wenn nicht tausende kleinerer Wasserfälle fließt das Wasser dem Amazonas zu. In dieser Volta Grande lebt eine riesige Zahl von Fischen. Man vermutet, dass nur in dieser Flussschleife etwa 100 Fischarten endimisch sind, das heißt, sie kommen nur hier und sonst nirgendwo vor, weltweit. Zum Vergleich: in der gesamten 2.800 Kilometer langen Donau leben etwa 70 Fischarten.

Doch damit könnte es bald vorbei sein, denn trotz aller Proteste im In- und Ausland, trotz aller Gerichtsverfahren, hält die brasilianische Regierung am Bau des Belo Monte Staudammes fest. Er soll das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt werden (nach Itaipu in Brasilien und dem Drei Schluchten Damm in China). Mit dabei sind europäische Firmen, wie die Österreichische Andritz AG, die französische Alstom, die deutsche Siemens AG sowei Merzedes Benz, die über 400 Baufahrzeuge liefern.

Unterhalb der Volta Grande, also auch unterhalb der geplanten Staumauern wird der Xingu richtig breit. Bis zu 16 Kilometer und dmait breiter als mancher Bach in den Bergen lang ist. Hier schüttet der Fluss jedes Jahr riesige Sandinseln auf. Diese Inseln sind ideale Brutplätze für viele Vogelarten (Seeschwalbenarten, Scherenschnäbel, verschiedene Ziegenmelkerarten…), aber auch für die Amazonasschildkröten. Jedes Jahre gehen hier bis zu 30.000 Weibchen an Land, um ihre Eier abzulegen. Einer der größten Schildkrötenbrutplätze der Welt. Ein Naturschauspiel.

Doch auch dieser Brutplatz wird wegen Belo Monte verschwinden, denn der Sand kommt hier in Zukunft garnicht mehr an, er wird in dem Stausee zurückgehalten. Ohne Sand keine Inseln und ohne Inseln keine Vögel und keine Schildkröten.

Der Widerstand ist nach wie vor groß. Die bekannteste Künstler des Landes rufen inzwischen zum Stop des Projektes auf.

Und James Cameron hat sich mit seinen Avatar Schauspielern längst auf die Seite der Protestbewegung geschlagen. Genauso wie Bill Clinton, Sting und viele andere.

Denn es geht nicht nur um die Zukunft des Xingu und seiner Bewohner. Es geht um mehr. Belo Monte soll nur der Türöffner für 60 weitere Mega Staudämme und hunderter kleinerer Dämme sein. Wenn das kommt, ist es aus mit Amazonien.

Kayapo am Xingu - Photo: Thomas Schweiger

Belo Monte und Ilisu. Amazonien und Mesopotamien. Die grüne Lunge unserer Erde und das kulturelle Erbe unserer Zivilisation. Beide bedroht durch die angeblich “grüne Energieform” Wasserkraft.

Zusammen mit anderen Umwelt- und Sozialverbänden kämpft RiverWatch weiterhin gegen den Staudammbau. Doch wir wollen noch mehr: Wir wollen Belo Monte und Ilisu als Botschafter der verheerenden Wasserkraft machen. Es ist Zeit die Wasserkraft von ihrem “grünen Thron” herunterzustoßen. Die Wasserkraft ist nicht nachhaltig, sie ist eine der schlimmsten Motoren für Naturzerstörungen der Welt.

→ Factsheet Dreikönigsaktion

 

NEWSBrasilien – Belo Monte

Keine Betriebslizenz für Belo Monte Staudamm wegen sozial-ökologischen Bedenken!

zum Thema Brasilien - Belo Monte

Am 22. September verweigerte Brasiliens Umweltbehörde Ibama vorerst die Betriebslizenz für das fertiggestellte Belo-Monte Kraftwerk weil die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zur Milderung und Entschädigung der sozial-ökologisch Folgen des Großprojektes nicht eingehalten wurden. Der Stausee darf daher nicht gefüllt werden.

Hier der Bericht in The Guardian: [...]

Vorankündigung: Österreichpremiere von “Countdown am Xingu III” am 14.9. im Top Kino / Wien

zum Thema Brasilien - Belo Monte, Climate Crimes

Film über Belo Monte in Wien:
Count – Down am Xingu III
Dokumentarfilm (76 min) von Martin Keßler
14. September, 19.00 Uhr
Top Kino, Rahlgasse 1 (Ecke Theobaldgasse), 1060 Wien

Filmgespräch mit Martin Keßler (Regisseur) und Herbert Wasserbauer (Dreikönigsaktion)

Eine spannende Reportage von Martin Keßler über den anhaltenden Widerstand gegen den Megastaudamm Belo Monte und die [...]