Verbund beteiligt sich an Grazer Denkmal der Zerstörung

Presseaussendung der Plattform Rettet die Mur

++ Mini-Beteiligung von 12,5% – Kraftwerk wird schöngerechnet – ein richtiger Investor nicht gefunden ++

Foto: Franz Keppel

Foto: Franz Keppel

Graz, 16. Februar 2017. Die VERBUND AG soll nun wieder marginal in das Projekt einsteigen. Damit beteiligt man sich am kritischsten Projekt Österreichs. Was uns die Energie Steiermark als Erfolg verkaufen will, ist bei genauer Betrachtung nicht mehr als die Bestätigung des wirtschaftlichen Risikos. Die Proteste rund um das zerstörerische Murkraftwerk in Graz reißen derweilen nicht ab. Bereits morgen (Freitag, 17.2.) wird wieder demonstriert – um 14:00 am Hauptplatz.

vDer Anteil des Wiener Konzerns an der Kraftwerksgesellschaft beschränkt sich diesmal auf 12,5%. In der Planungsphase hielt der Konzern noch 50% des Projektes – nun will man offenbar nur noch 12,5% der Anteile haben. Kein Wunder, hat doch auch die Energie Steiermark ihren Anteil von 50 % auf 37,5% reduziert.

Woher die restlichen Millionen kommen sollen, bleibt weiter offen. Scheinbar überlegt gar die PORR einzusteigen. Dabei ist die PORR selbst Auftragnehmer dieses Projekts. So verworren und verzweifelt ist die Situation bei den Großinvestoren, dass sich die PORR scheinbar schon ihre Aufträge selbst bezahlt.

Deutlich zeigt sich, wie zurückhaltend die Investoren bei diesem Projekt sind. Und das, obwohl viel öffentliches Geld ist in dieses Projekt gesteckt wurde, um eine Rechnung zu finden, die sich wirtschaftlich darstellen lässt. Auf diese Weise sollten Gewinne privatisiert und Verluste verstaatlicht werden.

Die notwendigen Förderungen:

  • € 6 Mio Ökostromförderung vom Bund
  • € 7 Mio Sonderförderung des Landes Steiermark
  • € 14 Mio Förderung der Stadt Graz in Form eines zinsgestützten Kredits

= Summe € 27 Mio an Förderungen

Rechnet man diese € 27 Mio zu den Investitionskosten in Höhe von € 80 Mio hinzu, kostet das Kraftwerk € 107 Mio und liegt damit plötzlich wieder bei den Daten aus dem Konzernbericht der Energie Steiermark aus dem Jahr 2014. Mit diesen Daten hat DI. Dr. Neubarth das Gutachten zur  Wirtschaftlichkeit der Staustufe erstellt, die klar die Unwirtschaftlichkeit des Projektes belegt. Eine gegenteilige Studie konnte bisher nicht veröffentlicht werden.

Nicht zu vergessen ist dazu, dass beide Konzerne auch für das GDK Mellach im Süden von Graz wirtschaftliche Prognosen abgegeben haben. Dieses Kraftwerk hat aktuell einen Wert von € 17 Mio – bei einer Investitionssumme von stattlichen € 550 Mio.

Klar ist: Die Finanzierung dieses Desasters gelingt der Energie Steiermark nur stückchenweise! Niemand will wirklich einsteigen. Konzerne greifen sich gegenseitig mit Mini-Finanzierung unter die Arme. Immer noch fehlt ein Budget von Seiten der Stadt Graz, um den Speicherkanal zu finanzieren.

Deshalb ruft die Plattform “Rettet die Mur” morgen (Fr, 17.2.)um 14:00 zur Demonstration am Hauptplatz! Gefordert wird ein Baustopp für dieses Denkmal der Zerstörung, eine Nachdenkpause für die Beteiligten und eine Volksbefragung in Graz.

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