Menschen für die Mur

Presseaussendung der Plattform Rettet die Mur

++ Personenkomitee veröffentlicht Petition an Grazer Politik – Nachdenkpause für Volksbefragung gefordert ++

© Franz Keppel

© Franz Keppel

Der Widerstand gegen das unrentable Murkraftwerk-Projekt in Graz wächst weiter. Ein Personenkomitee bestehend aus über 20 renommierten Personen aus verschiedenen Fachrichtungen veröffentlicht heute eine Petition mit klaren Forderungen: Es muss einen sofortigen Baustopp für die Volksbefragung geben!

Das Murkraftwerk in Graz ist umstrittener denn je. Am 21.01 protestierten mehr als 2000 Menschen nach einem Marsch am Hauptplatz. Sie alle fordern die Volksbefragung für das unwirtschaftliche und unökologische Projekt. Bereits am 04.02. sind weitere Proteste angekündigt. Deutlich wird, dass nur eine Volksbefragung den sozialen Frieden in Graz wieder herstellen kann.

Nun unterstützen auch Persönlichkeiten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und sachpolitischen Bereichen diesen Protest. Über 20 renommierte Personen haben sich in einem Personenkomitee zum Schutz der Mur zusammengefunden. In einer Petition an die verantwortlichen Politiker äußern sie ihre tiefen Bedenken zum größten Bauprojekt, das Graz seit Jahrzehnten bevorsteht.

Die Gründe sind vielfältig, reichen vom Schutz des Naturraumes an der Mur, über den Artenschutz, die fehlende wirtschaftliche Darstellbarkeit des Projektes bis hin zur Sorge um die Grazer Luft und den Freizeitraum für zukünftige Generationen. Viele Aspekte sind nie an die Öffentlichkeit gelangt, oder wurden in der Prüfung des Projektes durch einen Ausnahmeparagraphen zur Seite geschoben.

Am heutigen Tag findet eine Verhandlung gegen über 200 an der Mur wohnende AnrainerInnen statt, die für den Bau enteignet werden sollen. „Wie hier mit den GrazerInnen und ihren Rechten umgegangen wird, ist absolut inakzeptabel,“ erklärt Romana Ull, Sprecherin des Personenkomitees, „Die AnrainerInnen sollen zuerst enteignet werden, dann steht ihnen eine mindestens 3-jährige Megabaustelle bevor, die sich quasi direkt in ihrem Garten befindet. Das bedeutet Baulärm, Feinstaubbelastung und LKWs die an der Haustüre vorbei rattern. Ist das überstanden, leben sie an einem Stausee. Für sie wäre der Bau auf jeden Fall lebensverändernd.“

Gemeinsam kommt das Personenkomitee zu dem Schluss, dass dieses Projekt für Graz massive und unumkehrbare Folgen hätte. „Wir fordern klar: Einen Baustopp und eine Nachdenkpause. In dieser sollten nicht nur Alternativen für die Gestaltung des Murraumes ohne Kraftwerk, sondern auch für eine zeitgemäße Abwasserplanung in Graz diskutiert werden. Die Bevölkerung muss mit klaren Fakten informiert werden. Von einer Kulturhauptstadt und einem führenden Energieversorger dürfen die BürgerInnen einen ehrlichen und sachlich-informativen Umgang erwarten. Die Volksbefragung zum Murkraftwerk ist durchzuführen,“ schließt Romana Ull.

Menschen für die Mur sind:

  • Dr. Romana Ull / Naturschutzbeirat der Stadt Graz, parlamentarischer Umweltrat und Specherin des Personenkomitees zum Schutz der Mur
  • Dr. Christian Berg / Institut für Pflanzenwissenschaften – Leiter botanischer Garten
  • DDI Dr. Helmut Hoffmann / Sachverständiger für Architektur und Raumplanung
  • Mag. Clemens Könczöl / Arbeits- & Organisationspsychologe
  • Prof. Univ.-Doz. Dr. Johannes Gepp / Entomologe, Institut für Naturschutz und Landschaftsökologie
  • Assoz. Univ.-Prof.Dr. Steven Weiss / Institut für Zoologie
  • HR Dr. Josef Zollneritsch / Psychologe
  • DI Heinz Rosmann / Stadtplanung Graz
  • Oliver Gebhardt / Österreichische Naturschutzjugend, Projektleiter Artenschutz
  • DI Karin Tschavgova / Fachjournalistin und Architekturvermittlerin
  • Gertraud Prügger / Bürgerplattform „Mehr Zeit für Graz“
  • Dipl. Dolm. Peter Laukhardt / SOKO Altstadt
  • Erich Cagran / Interessensvertretung Andritzer BürgerInnen
  • Dipl. Päd. Dipl. Ing. Markus Ehrenpaar / Geschäftsführer Naturschutzbund Steiermark
  • Univ. Prof. Dr. Rudolf Zechner / Biochemiker, Universität Graz, Mitglied der Akademie der Wissenschaften,Wittgenstein-Preisträger 2007
  • Ute Pöllinger / Umweltanwältin des Landes Steiermark
  • Dr. Günther Kräuter / Präsident des VÖAFV
  • Franz Wolkinger / Leiter der Abteilung für Ökologie und Naturschutz am Institut für Pflanzenphysiologie
  • Dr. Melitta Fuchs / Biologin, Naturschutzbund Steiermark
  • Andrea Haunold, MSc /Biologin, Rettet die Mur
  • Ulrich Eichelmann / RiverWatch
  • Karin Steffen / Obfrau vom Schutzverein Ruckerlberg und Umgebung, tätig im Naturschutzbeirat der Stadt Graz, Mitglied der Arbeitsgruppe Blatt-Form und von MEHR Zeit für Graz

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