Internationale Aktivisten blockieren Ilisu Baustelle

Unter den Protestierenden auch Kayapo Indios vom Amazonas

Vertreter aus Südamerika, Afrika, Europa, USA und dem Mittleren Osten protestierten heute auf der Ilisu Baustelle und blockierten zwischenzeitlich die Zufahrt zur Baustelle. Sie forderten ein Ende der Bauarbeiten am Ilisu Staudamm, der Hasankeyf, eine der ältesten Städte der Welt unter Wasser setzen und die Mesopotamischen Sümpfe im Süden des Irak trocken legen würde.

Die  25 Personen, darunter auch Megaron Txucarramae, einer der wichtigsten Sprecher der Kayapo Indios vom Xingu in Brasilien, hielten Banner in Englisch und Türkisch mit “Rivers Unite – Dams Divide: Stop Ilisu and Belo Monte Dams”. Erstamals fand damit eine Protestaktion direkt an der Baustelle statt. Die Aktion verlief friedlich und wurde nach 30 Minuten beendet.

 

„Unsere Aktion soll zeigen, dass unser Widerstand weitergehen wird, selbst wenn der Bau schon fortgeschritten ist. Außerdem ist unsere Aktion der Beginn für eine internationalen Zusammenschluss Umweltgruppen aus aller Welt sowie von Menschen, die von Staudammprojekten betroffen sind, “ so Ulrich Eichelmann von Riverwatch, der an der Aktion teilnahm.

Die Protestierenden hatten zuvor am 18.5. in Istanbul an der „International Rivers Conference“ teilgenommen, eine Konferenz im Rahmen der DAMOCRACY Bewegung. DAMOCRACY soll eine weltweite Initiative gegen den Bau von Staudämmen werden. Riverwatch ist zusammen mit Doga Dernegi (Türkei), AmazonWatch (Brasilien/USA), International Rivers (USA) einer der Gründerorganisationen.

Mehr als 5.000 große Staudämme sind weltweit im Bau oder in Planung, so viele wie noch nie zuvor. Diese bedrohen selbst die letzten Naturgebiete der Erde, wie das Amazonasgebiet, Mesopotamien, Patagonien, Alaska, den Mekong, das Kongobecken oder den Balkan. An den Flüssen zwischen Slowenien und Albanien sind 570 Wasserkraftwerke geplant.

Der Belo Monte in Brasilien und der Ilisu in der Türkei zeigen, wie verheerend die ökologischen, sozialen und  kulturellen Folgen der Staudämme sind. Weltweit leiden 750 Millionen Menschenrunter den Folgen bestehender Dämme. Werden Ilisu und Belo Monte fertiggestellt, kommen viele dazu: 75.000 würden in der Türkei und Brasilien ihre Heimat verlieren. Viele weitere kämen im Irak dazu, deren Lebensgrundlage der Tigris ist. Vermutlich wären es Hundertausende.


“Unser Kampf, den Xing in Amazonien zu erhalten und den Bau des Belo Monte Staudamm zu stoppen ist der gleiche wie am Tigris gegen den Ilisu Staudamm. Gemeinsam sagen wir “Nein” zu unseren Regierungen. Man darf keinen Fluss umbringen, der Menschen und deren Kultur erhält”, sagt der Kayapo Chef Megaron Txucarramae.

 

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