Für die Rettung der Mesopotamischen Sümpfe: Azzam Alwash erhält bedeutenden Umweltpreis

Im Film Climate Crimes spricht er über die Folgen von Staudämmen für die Mesopotamischen Sümpfe im Irak – Azzam Alwash, Naturschutzvisionär und  Präsident der irakischen NGO “Nature Iraq”. Nun hat er für seinen Einsatz zur Wiedervernässung der Mesopotamischen Sümpfe den diesjährigen Goldman Prize gewonnen, die mit 150.000 US Dollar höchstdotierte Auszeichnung für Naturschützer weltweit.

Am Zusammenfluss von Euphrat und Tigris nahe der Stadt Basra im Irak existiert eine der bedeutendsten Kultur- und Naturlandschaften der Welt, die Mesopotamischen Sümpfe. Hier entwickelten die Sumerer vor 6.000 Jahren die erste Schrift, die ersten Gesetze und die Grundzüge unserer Landwirtschaft. Heute leben hier Nachfahren der Sumerer, die Marsh Arabs, mitten in den Sümpfen, bauen Schilfhäuser, fangen Fisch und halten Wasserbüffel.

Doch als Rache dafür, dass die Marsh Arabs im Golfkrieg die Amerikaner unterstützt hatten, ließ Saddam Hussein diese Sümpfe in den 1990er Jahre trockenlegen. 94% der Sümpfe wurden zu Wüste. Doch als der Diktator 2003 gefangen genommen wurde, begann die größte Erfolgsstory des Irak, die Rückkehr des Wassers und Azzam Alwash spielte dabei eine entscheidende Rolle. Heute stehen wieder etwa 300.000 Hektar unter Wasser. Geht es nach dem Willen der Marsh Arabs und Azzam Alwash´s, so sollen weitere Flächen überflutet werden und das Gebiet zum Nationalpark erklärt werden.

Doch die Zeichen stehen schlecht. Denn Staudämme v.a. die Türkei und im Iran halten viel Wasser zurück, Wasser, das diese Sümpfe so dringend brauchen. Und wird dann auch noch der Ilisu Staudamm und andere geplante Dämme errichtet, dürften große Teile der Sümpfe wieder zur Wüste werden. Dagegen kämpft Azzam Alwash und sein Team von Nature Iraq.

“Azzam ist einer der Menschen, die Hoffnung machen und zeigen, was mit Vision und Engagement alles möglich ist. Er hat mitgeholfen, aus einer Wüste wieder eine Sumpflandschaft zu machen,” so Ulrich Eichelmann.

Ausblick: Mitte Mai sollen Azzam samt den Marsh Arabs aus Mesopotamien mit den Kayapo Indianern vom Xingu Amazoniens zusammentreffen und zwar in Hasankeyf, dem Ort am Tigris in der Türkei, der in den Fluten des Ilisu Stausees untergehen soll. Ziel des Treffens ist es, auf die verheerenden Folgen von Staudämmen aufmerksam zu machen. Die Kayapo Indios sind durch den Belo Monte Stausee bedroht. Weltweit sind 5.000 große Dämme im Bau – mehr als jemals zuvor.

Video zum Goldman prize: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=JPg2t9keCDs

Alle diesjährigen Gewinner finden Sie hier: http://www.goldmanprize.org/recipients/current

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.