Tage der Artenvielfalt: Europas letzter großer Wildfluss wird erforscht

​Vjosa nahe Tepelena, eines der Forschungsgebiete an den GEO Tagen der Artenvielfalt. Foto: Romy Durst

​Vjosa nahe Tepelena, eines der Forschungsgebiete an den GEO Tagen der Artenvielfalt. Foto: Romy Durst

Wien, 10.6.2014. Zusammen mit dem deutschen Magazin GEO findet vom 13. bis 15. Juni am Vjosa Fluss in Albanien eine bemerkenswerte Aktion statt. Drei Tage durchstreifen 50-60 ExpertInnen die Augebiete der Vjosa und untersuchen dabei sämtliche Tier- und Pflanzenarten. Fledermäuse, Vögel, Fische, Libellen, Schmetterlinge, Laufkäfer, Amphibien, Reptilien, Makrozoobenthos (Kleintiere am Gewässerboden) sowie Pflanzen werden dabei jeweils gefangen/gesammelt, ihre Art bestimmt – und dann wieder frei gelassen. Das Team der Wissenschaftler sowie zahlreiche Helfer kommen dabei aus Albanien, Mazedonien und Österreich (Dr. Wolfram Graf von der BOKU).

“Es wird spannend, denn es ist bisher fast nichts über die Artenvielfalt an der Vjosa bekannt. Eventuell finden wir Arten, von deren Existenz man in Albanien nichts wusste,” so Ulrich Eichelmann von Riverwatch, einer der Veranstaltungsorganisatoren.

Der GEO Tag der Artenvielfalt ist die größte Feldforschungsaktion in Europa. Sie hat das Ziel, auf die Vielfalt und die Bedeutung der Arten “vor unserer Haustür” aufmerksam zu machen. “Die Vjosa ist wissenschaftlich ein weißer Fleck. Wir wissen vermutlich weniger über die Biodiversität an diesem Fluss, als am Amazonas. Das soll sich nach diesen drei Tagen ändern”, so Eichelmann.

Die Vjosa ist der letzte große Wildfluss Europas. Auf 270 Kilometer Länge fließt sie ungezähmt und frei. Bis zu 2,5 Kilometer breite Schotterflächen, Inseln, Nebenarme und Auwälder prägen das Bild.

Die Tage der Artenvielfalt findet in Kooperation mit dem GEO Magazin statt und ist Teil der Kampagne “Rettet das Blaue Herz Europas”. Diese Kampagne hat das Ziel, die ökologisch wertvollsten Flüsse zwischen Slowenien und Albanien zu schützen. Mehr als 570 Wasserkraftwerke sind in diesem Raum geplant; acht davon an der Vjosa.

Weitere Information:
Ulrich Eichelmann – Riverwatch: 0043 676 6621512 ulrich.eichelmann@riverwatch.eu
Cornelia Wieser – Riverwatch: 0043 650 4544784 cornelia.wieser@riverwatch.eu
www.balkanrivers.net
http://balkanrivers.net/de/schwerpunktgebiete/die-vjosa
http://www.euronatur.org/Das-Blaue-Herz-Europas-aktuell.1633.0.html
www.geo.de/artenvielfalt

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