Naturschutzverbände protestieren: Der Save Fluss ist in Gefahr

Web_Logo klein_blue heartGemeinsame Presseinformation von EuroNatur, Riverwatch und der Croatian Society for Birds and Nature Protection

Internationale Save Kommission will Staudämme sowie Flussregulierungen ermöglichen

Die Save unterhalb von Zagreb – einer der besten Flüsse Europas. Laut Save Kommission ist dieser Abschnitt „sehr stark reguliert“. Foto: Goran Šafarek

Die Save unterhalb von Zagreb – einer der besten Flüsse Europas. Laut Save Kommission ist dieser Abschnitt „sehr stark reguliert“. Foto: Goran Šafarek

Zagreb, Wien, Radolfzell, 1.12.2014 Fünfzehn Nichtregierungsorganisationen (NGOs) protestieren in einem offenen Brief gegen die Absichten der Internationalen Save-Kommission ISRBC  (International Sava River Basin Commission), einen Managementplan für das Save-Becken zu verabschieden. Die Kommission will den Plan in der bevorstehenden Sitzung aller Parteien am 2. Dezember in Zagreb durch eine Deklaration durchzusetzen. “Dieser Managementplan beruht auf irreführenden und falschen Daten, verletzt EU-Recht und gefährdet die Zukunft der Save, eines der wertvollsten Fluss-Ökosysteme in Europa. Daher fordern wir Mitja Bricelj, Vorsitz der Kommission, auf, diese Deklaration nicht zu unterschreiben und den Managementplan zu überarbeiten“, so Tibor Mikuska von der Croatian Society for Bird and Nature Protection  und Koordinator der Blaues-Herz-Kampagne an der Save.

Die Save ist mit einer Länge von 944 Kilometern der längste Fluss des Balkans und auch einer der ökologisch wertvollsten. Am Oberlauf in Slowenien lebt noch der Huchen und unterhalb Zagrebs existieren noch riesige Auwälder, in denen Schwarzstorche, See- und Schreiadler nisten.

Doch dieses Naturjuwel ist in Gefahr. Zahlreiche Wasserkraftwerke sind geplant und der Mittel- und Unterlauf soll stärker reguliert werden. Nun scheint der Druck auch von der ISRBC zu kommen. Diese Kommission hat einen Managementplan erarbeiten lassen, der als Planungsgrundlage für zukünftige Projekte und Vorhaben dienen soll. Die EU hat die Entwicklung dieses Planes finanziell gefördert. In diesem Managementplan sollte sich auch der ökologische Zustand wiederspiegeln. Sollte. Doch die Wahrheit sieht anders aus.

„Als wir den Managementplan prüften stellten wir fest, dass er auf völlig falschen Daten und Bewertungen basiert“ sagt Romy Durst von EuroNatur. Obwohl die Save und die meisten ihrer Zuflüsse noch in einem hervorragenden Zustand sind will die ISRBC fast den ganzen Fluss inklusive seiner Hauptzuflüsse als „heavily modified water body“ eingestufen – die schlechteste Kategorie für Flüsse nach EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Das Gegenteil ist wahr. Was in der Natur augenscheinlich ist, belegen auch aktuelle wissenschaftliche Studien von Riverwatch und Euronatur sowie des WWF: Die Save und ihre Zuflüsse sind überwiegend in gutem ökologischen und hydromorphologischem  Zustand. Diese Studien wurden von der Save Kommission jedoch nicht beachtet. „Dieser Managementplan spiegelt nicht den wahren ökologischen Zustand des Flusses wider, sondern vielmehr die Absichten der ISRBC den Bau von Staudämmen und die Regulierung  des Flusses zu ermöglichen “, sagt Ulrich Eichelmann von Riverwatch, einem Verein zum Schutz der Flüsse. 19 Staudammprojekte an der Save und Dutzend weitere an ihren Zuflüssen sind in Planung (http://www.balkanrivers.net/de/map).

Diese Managementmethode widersprich sowohl der EU Wasserrahmenrichtlinie als auch den Natura 2000 Richtlinien. Daher ersuchen die NGOs die Europäische Kommission (Generaldirektion Umwelt) die Finanzierung aller Projekte, die auf dem irreführenden Entwurf des Management Plans beruhen, zu stoppen.

„Wir müssen auf die Save mehr denn je Acht geben. Der Druck auf diesen Fluss und seine Bewohner steigt, jetzt auch von Seiten der Save-Kommission“, sagt Ulrich Eichelmann abschließend.

Mehr Informationen:
http://balkanrivers.net/de/schwerpunktgebiete/die-save
http://www.savacommission.org/srbmp/

Tibor Mikuska                  tibor.kopacki.rit@gmail.com                     +385 95 909 87 53
Ulrich Eichelmann           ulrich.eichelmann@riverwatch.eu          +43 6766621512
Romy Durst                       romy.durst@euronatur.org                       +49 7732 92 72 0

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