Hände weg vom Mavrovo Nationalpark: 77.930 Unterschriften an Weltbank übergeben

Web_Logo klein_blue heartGemeinsame Presseinformation von Riverwatch und EuroNatur

Staudammprojekte bedrohen Nationalpark und die letzten Balkanluchse

Protest vor Weltbankzentrale in Wien. Vertreter von Riverwatch (Cornelia Wieser und Ulrich Eichelmann) überreichen 77.930 Unterschriften gegen geplante Finanzierung von Staudämmen im Mavrovo Nationalpark in Mazedonien. © Martin Juen

Protest vor Weltbankzentrale in Wien. Vertreter von Riverwatch (Cornelia Wieser und Ulrich Eichelmann) überreichen 77.930 Unterschriften gegen geplante Finanzierung von Staudämmen im Mavrovo Nationalpark in Mazedonien. © Martin Juen

Wien, Radolfzell, 26.6.2014.   Die Weltbankzentrale für Südosteuropa in Wien bekam heute Vormittag ungewöhnlichen Besuch. Vertreter von Riverwatch überreichten ein Protestschreiben mit 77.930 Unterschriften gegen die geplante Finanzierung eines Staudammes im mazedonischen Mavrovo Nationalpark. „Hände weg von Mavrovo!“ so die Forderung an Ellen Goldstein, Direktorin des Südosteuropabüros der Weltbank.

Im waldreichen Mavrovo Nationalpark Mazedoniens leben Wölfe, Bären, Fischotter und eines der seltensten Säugetiere Europas: der Balkanluchs – eine stark bedrohte Unterart des Eurasischen Luchs. Der Nationalpark ist das einzig bekannte Gebiet, indem sich diese seltenen Katzen nachweislich fortpflanzen. Doch genau hier sollen mehrere Wasserkraftwerke errichtet werden. Laut Experten der Cat Specialist Group der Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) könnten diese Wasserkraftprojekte zu ihrem Aussterben führen.

Die Weltbank plant das im Nationalpark projektierte Wasserkraftprojekt „Lukovo Pole“ mit 70 Millionen Euro zu fördern (Gesamtkosten 83 Millionen Euro). Derzeit prüft die Bank nach eigenen Angaben noch die endgültige Vergabe der Gelder.

„Wie glaubwürdig sind die Umweltstandards der Weltbank, wenn Kraftwerke in Nationalparks unterstützt und die letzten Balkanluchse damit ausgerottet werden? Frau Direktor Goldstein, stoppen Sie die Finanzierung!“ fordert Ulrich Eichelmann von Riverwatch.

„Diese Projekte sind ein Angriff auf die für Europa bedeutendste Naturschutzkategorie, ein Angriff auf die Marke Nationalpark und damit untragbar“, so Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung EuroNatur.

© Martin Juen

© Martin Juen

Unter der Federführung von „Rettet den Regenwald“ haben Riverwatch und EuroNatur im Rahmen der Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ vor etwa drei Monaten eine Online-Petition gestartet. Fast 78.000 Personen haben sie bisher unterzeichnet (Stand 17.6.2014).

Die Petition ist an die Weltbank und an die EBRD (European Bank for Reconstruction and Development) als Finanziers, sowie an den mazedonischen Premierminister Nikola Gruevski gerichtet.  An die EBRD (Sitz in London), die das zweite große Wasserkraftwerk im Mavrovo Nationalpark finanzieren will, wurde die Petition ebenfalls heute übermittelt. Dem Premierminister Mazedoniens wird sie in Kürze überreicht.

 Finden Sie mehr Fotos hier: Galerie “Mavrovo Petition – Weltbank”

Weitere Informationen

Ulrich Eichelmann/Riverwatch ulrich.eichelmann@riverwatch.eu +43 676 6621512
Cornelia Wieser/RiverWatch cornelia.wieser@riverwatch.eu +43 650 4544784
Romy Durst/EuroNatur romy.durst@euronatur.org  +49 7732 927212

 

Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“:

Die Staudämme im Mavrovo Nationalpark sind nur ein Teil einer wahren Staudammflut, die derzeit den Flüssen auf der Balkanhalbinsel drohen. Mehr als 570 Wasserkraftwerke (> 1 MW) zwischen Slowenien und Albanien sind derzeit geplant. Um der Zerstörung entgegen zu wirken, haben EuroNatur und Riverwatch gemeinsam mit Partnern aus den Balkanländern die internationale Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ gestartet.  Mehr Informationen unter: www.balkanrivers.net/de

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