Ein Tag an der Sulm: Umweltexperten unterstützen Kraftwerksgegner

ORFSteiermark2.8.Prof. Bernd Lötsch, Dr. Johannes Gepp (Präsident Naturschutzbund Steiermark) und Gerhard Heilingbrunner (Präsident des Umweltdachverbandes) besuchten am Freitag, dem 2.8. das Camp der BaustellenbesetzerInnen an der Schwarzen Sulm. Sie unterstützen demonstrativ die Anliegen der Kraftwerksgegner.

ORF News Beitrag vom 3.8. “Rückenwind für Gegner des Sulm-Kraftwerks”:

http://steiermark.orf.at/news/stories/2596195/

Am Abend fand die Filmvorführung von “Widerstand am Strom” - die preisgekrönte Dokumentation über die 1984 Hainburger Au Besetzung – mit anschließender Podiumsdiskussion in Schwanberg statt.

Lesen Sie hier den Bericht des RettetdieSchwarzeSulm-Team über den Tag:

Hainburg trifft Schwarze Sulm

Schwanberg, 2. August 2013

Dr. Bernd Lötsch

Dr. Bernd Lötsch (rechts) mit Dr. Johannes Gepp

Der renommierte Biologe und Wegbereiter der Ökologiebewegung Österreichs, Univ. Prof. Dr. Bernd Lötsch und Prof. Dr. Johannes Gepp, Präsident vom Naturschutzbund Steiermark besuchten am Freitag die Umweltaktivisten, welche an der Schwarzen Sulm campieren, um das geplante Kraftwerksprojekt zu verhindern.

Im Feldversuch wurde eine hervorragende Wasserqualität festgestellt. Zahlreiche Tierarten, wie die Köcherfliege sowie der geschützte Steinkrebs wurden dokumentiert.

Am Abend fand in der Mehrzweckhalle eine Filmvorführung über die Auen-Besetzung in Hainburg mit dem Titel „Widerstand am Strom“ statt. Anschließend wurde über das geplante Sulmkraftwerk und über die Wasserkraft im Allgemeinen diskutiert.

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Filmvorführung “Widerstand am Strom” in Schwanberg mit anschließender Podiumsdiskussion

 

von rechts nach links: Dr. Bernd Lötsch (Biologe und Wegbereiter der Ökologiebewegung Österreichs), Gerhard Heilingbrunner (Präsident des Umweltdachverbandes), Dr. Walter Hingel (Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe) und Jakob Mathauer (Camp-Bewohner)

von rechts nach links: Dr. Bernd Lötsch (Biologe und Wegbereiter der Ökologiebewegung Österreichs), Gerhard Heilingbrunner (Präsident des Umweltdachverbandes), Dr. Walter Hingel (Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe) und Jakob Mathauer (Camp-Bewohner)

Neben Bernd Lötsch (Ehrenpräsident des WWF) und Dr. Gerhard Heilingbrunner (Präsident des Umweltdachverbandes) waren auch Dr. Walter Hingel (Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe) und Jakob Mathauer (Camp-Bewohner) am Podium.

Projektwerber Peter Masser

Projektwerber Peter Masser

Es ist erwähnenswert, dass auch einer der Projektwerber, Peter Masser, anwesend war.

Dr. Hingel wies darauf hin, dass der eigentliche Grund für den Kraftwerksbau nicht die Stromerzeugung ist (das Kraftwerk würde nur 0,2 Promille = 2 Zehntausendstel) des österreichischen Stromverbrauchs abdecken), sondern der Verkauf des Trinkwassers, mit dem ein jährlicher Gewinn von 2,8 Mio. Euro zu erzielen ist.

Dr. Gerhard Heilingbrunner

Dr. Gerhard Heilingbrunner

Gerhard Heilingbrunner sowie Lambert Schönleitner von den Grünen appellierten an Peter Masser zum Verhandlungstisch zurückzukehren, um ein Ausstiegsszenario zu erstellen. Ein Vertragsver-letzungsverfahren wurde von der EU eingeleitet. Strafzahlungen bis zu 60 Mio Euro drohen der Republik Österreich bzw. dem Land Steiermark.

Heilingbrunner wies weiters darauf hin, dass das Umweltministerium das Kraftwerksprojekt in sämtlichen Punkten ablehnte und die Baugenehmigung nur durch einen Formalfehler zustande kam. Der Umweltdachverband wird LH Voves und die zuständigen Beamten zur Verantwortung ziehen, wenn das Projekt nicht gestoppt wird.
Er appellierte an die Betreiber, die Klagen gegen die Kraftwerksgegner zurückzuziehen. Es sei ein unerträglicher Zustand, dass versucht wird, kritische Bürger auf diesem Wege mundtot zu machen.

Dr. Bernd Lötsch

Dr. Bernd Lötsch

Bernd Lötsch brachte handfeste ökologische Argumente gegen das Kraftwerksprojekt: 50 bis 60 Prozent Wasserreduktion bedeuten, dass der Fluss seine Selbstreinigungskraft weitgehend verliert. Wenn das Flussbett nicht mehr ausreichend durchschwemmt wird, wird die Wasserqualität sinken. Dies verstößt gegen das Verschlechterungsverbot von Fliessgewässern in der EU- Wasserrahmenrichtlinie.

Umweltexperten diskutieren mit Projektwerber Peter Masser

Umweltexperten diskutieren mit Projektwerber Peter Masser

 

Die letzten 4% der naturbelassenen Flüsse sollen nicht verbaut werden sondern für uns und unsere Nachkommen erhalten werden!
Eine bessere Lösung ist es, bestehende Kraftwerke zu modernisieren und bewusster mit vorhandener Energie umzugehen.“

Mit fliessenden Grüßen, Ihr RettetdieSchwarzeSulm-Team

 

 

 

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